Steinheimer Stadtmauer: Reparaturarbeiten abgeschlossen und umfassende Kartierung gestartet

Steinheimer Stadtmauer: Reparaturarbeiten abgeschlossen und umfassende Kartierung gestartet
Steinheimer Stadtmauer: Reparaturarbeiten abgeschlossen und umfassende Kartierung gestartet | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Instandsetzung der historischen Steinheimer Stadtmauer hat nach Angaben der Stadt wichtige Etappen erreicht. Eine größere Ausbruchstelle in der Zwingermauer wurde repariert und ein erster Lageplan mit Schadenskartierung für das gesamte Mauerwerk vorgelegt. Die Stadtverwaltung sieht die Ergebnisse als Grundlage für weitere Sanierungsentscheidungen.

Reparatur und Kosten

Per Magistratsbeschluss wurde der städtische Eigenbetrieb Hanau Immobilien und Baumanagement IBM im Juni 2024 mit der Bauunterhaltung und Instandsetzung des Kulturdenkmals beauftragt. Im Herbst 2024 konnte demnach eine größere Ausbruchstelle im Bereich Illerstraße Ecke Mayer Gerngroß Straße instandgesetzt werden. Ein zuvor gesperrter Fußweg wurde danach wieder freigegeben.

Für die Unterfangung mit einer Spritzbetonschale sowie für die Stabilisierung und Rückverankerung des Mauerwerks fielen nach Angaben der Stadt rund 300 000 Euro an.

Erste Schadenskartierung und weitere Untersuchungen

Das Darmstädter Planungsbüro Studio Baukultur wurde mit einer umfassenden Zustandsanalyse der gesamten Stadtmauer beauftragt. Diese Untersuchung baut auf einem älteren Gutachten aus dem Jahr 2002 auf. Eine erste Schadenskartierung liegt bereits vor, weitere Untersuchungen sollen folgen, vor allem in schwer zugänglichen Bereichen auf privaten Grundstücken und in dicht bewachsenen Abschnitten. Einige Abschnitte der Mauer wurden bereits freigeschnitten.

Bei der Datenerhebung nutzte die Stadt moderne Verfahren. Anfang 2026 ließ die Stadt Hanau gemeinsam mit Eigentümern im Zuge privater Umbauarbeiten an einem Abschnitt in der Harmoniestraße Teile der Mauer mittels Laserscanning und Photogrammetrie vermessen, um ein präzises dreidimensionales Modell zu erstellen.

Priorisierung und anstehende Arbeiten

Sibylle Jesgarz, Betriebsleiterin von IBM, kündigte an, dass auf Grundlage der vollständigen Schadenskartierung in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt eine Priorisierung der erforderlichen Maßnahmen für die kommenden Jahre erarbeitet werde. Geplant sind unter anderem Fugenarbeiten, Natursteininstandsetzungen und Sanierungen der Mauerkrone in einzelnen Bereichen.

Historischer Kontext

Die Stadtmauer wurde nach städtischen Angaben im Jahr 1321 errichtet und gilt als einmaliges Zeugnis der regionalen Geschichte im Rhein Main Gebiet. Das Mauerwerk besteht überwiegend aus Bruchsteinen aus lokalem Basaltlava. Neben Witterungseinflüssen trägt auch dichter Pflanzenbewuchs zur Schädigung des Bauwerks bei.

Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri bezeichnete die Anlage als bedeutendes Kulturgut für Hanau und betonte die Absicht der Stadt, weiterhin in die Sicherung und Pflege der historischen Struktur zu investieren. Er sagte: „Darauf bauen wir jetzt auf.“

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