
Die Stadt Hanau hat für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Fördermittel für das Jahr 2026 beantragt. Vorausgesetzt die Haushaltsgenehmigung des Bundes und des Landes Hessen, könnten in der nächsten Förderperiode jährliche Mittel von bis zu 158000 Euro für lokale Projekte zur Verfügung stehen. Die städtische Koordinierungs- und Fachstelle soll weiterhin durch den Stadtverband Arbeiterwohlfahrt Hanau e. V. umgesetzt werden.
Beantragung und finanzielle Rahmenbedingungen
Magistrat und Stadtverordnetenversammlung haben das Amt für Sozialen Zusammenhalt und Sport ermächtigt, für 2026 einen städtischen Förderbescheid an die Koordinierungs- und Fachstelle auszustellen. Voraussetzung dafür ist der erwartete Zuwendungsbescheid des Bundes und des Landes zu Beginn des kommenden Jahres. Nach Angaben der Stadt können dann jährlich bis zu 158000 Euro für die Förderung lokaler Projekte bereitgestellt werden.
Träger, Partner und praktische Umsetzung
Die Umsetzung der Koordinierungs- und Fachstelle übernimmt der Stadtverband der Arbeiterwohlfahrt Hanau. Anna Jagust von der AWO verwies auf die langjährige Zusammenarbeit mit dem städtischen Amt und betonte die Rolle ihrer Organisation in den Bereichen Demokratieförderung, Beteiligungsprozesse und Vielfaltgestaltung. Sie sagte, die AWO wolle mit ihren fachlichen Kompetenzen weiterhin zur Stärkung demokratischer Strukturen in Hanau beitragen.
Vor dem Hintergrund des erneuten Engagements besuchte Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der AWO die Kunsthaltestelle des Künstlers Rautie, der seit Programmstart als verlässlicher Partner gilt. Rautie sagte bei dem Besuch, er finde es wichtig, dass Menschen Demokratie verstehen, und er halte frühe Erziehung in diesem Bereich für notwendig.
Bilanz der vergangenen Jahre und inhaltliche Schwerpunkte
Hanau ist seit sechs Jahren Teil des Programms „Demokratie leben!“. In diesem Zeitraum wurden nach Angaben der Stadt 75 Projekte umgesetzt, getragen von 34 Trägern. Die Maßnahmen erreichten jährlich rund 1800 Kinder und Jugendliche und reichten von Workshops und Kulturangeboten bis zu Formaten zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Nach dem rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020 rückten Aufarbeitung, Erinnerung und gesellschaftlicher Zusammenhalt stärker in den Fokus der geförderten Aktivitäten. Während der Corona-Pandemie entstanden zudem neue digitale Formate, um demokratische Teilhabe trotz Einschränkungen zu ermöglichen. Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri betonte, dass die Vielfalt der Angebote und die kontinuierliche Arbeit des Amtes für Sozialen Zusammenhalt und Sport zeigen, wie breit Demokratiearbeit in der Stadt verankert ist und wie sie auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen reagiert.
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