Offenbachs Staudenbeete prägen das Stadtbild. Projektleiterin Sophie Siebel geht in den Ruhestand

Offenbachs Staudenbeete prägen das Stadtbild. Projektleiterin Sophie Siebel geht in den Ruhestand
Offenbachs Staudenbeete prägen das Stadtbild. Projektleiterin Sophie Siebel geht in den Ruhestand | Bild: Offenbacherjung / CC BY-SA 4.0

Offenbach hat in den vergangenen Jahren mehr Blütenflächen und abwechslungsreiche Beete erhalten. Wo zuvor eintönige Rasenflächen oder Brache lagen, sorgen Frühblüher, Zierpflanzen und Gräser jetzt für Farbe. An zentralen Einfallstraßen und in Parkanlagen sind die Veränderungen besonders sichtbar. Zugleich beendet eine der treibenden Kräfte hinter diesen Maßnahmen ihre berufliche Laufbahn.

Staudenprojekt und sichtbare Veränderungen im Stadtraum

Seit rund fünf Jahren betreibt der Stadtservice der Stadtwerke Offenbach ein Staudenprojekt, dessen Anlagen vor allem auf den Mittelstreifen entlang des Rings und der Mühlheimer Straße auffallen. Von März bis zum ersten Frost blühen dort unterschiedliche Stauden und attraktive Gräser. Auch im Büsingpark entstanden bunte Beete mit Gräsern und Zierpflanzen.

Die Beete wurden vom Team des Grünwesens der Stadtwerke angelegt. Für die Flächen an der Mühlheimer Straße arbeiteten die Stadtwerke mit dem Amt für Planen und Bauen zusammen. Nach Angaben der Verantwortlichen sollten die Anlagen sowohl das Stadtbild bereichern als auch Insekten und anderen Kleinlebewesen Nahrung und Lebensraum bieten. Projektleiterinnen für die Staudenbeete waren Sophie Siebel und ihre Kollegin Sophie Geyer.

Werdegang und Verantwortung von Sophie Siebel

Sophie Siebel begann ihr Berufsleben auf einem Bauernhof in der Region Oppeln. Als 20-Jährige kam sie 1979 als Spätaussiedlerin nach Deutschland und durchlief einen achtmonatigen Intensivsprachkurs sowie einen einjährigen Sonderlehrgang zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife. Nach einem Praktikum in einer Gärtnerei studierte sie Landwirtschaft und schloss als Diplom-Ingenieurin Gartenbau ab.

1987 kam sie nach Offenbach. Nach Stationen in verschiedenen Bereichen und einer Tätigkeit bei der damaligen Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildung- und Beschäftigung GmbH, wo sie benachteiligte Jugendliche ausbildete, wechselte Siebel 2002 zum Grünwesen der Stadtwerke. Zunächst war sie Sachgebietsleiterin für die städtischen Friedhöfe. Mit der Zusammenlegung des städtischen Grünwesens und des Grünwesens der Stadtwerke übernahm sie zusätzlich die Verantwortung für die Vergabe von Arbeiten an Fremdfirmen und für die Pflege der städtischen Spielplätze.

Im Lauf der Jahre initiierte und begleitete Siebel zahlreiche Maßnahmen zur städtischen Aufwertung. Dazu gehörten unter anderem die Behebung von Vandalismusschäden im Wetterpark, die Umwandlung von Pfützenpisten in Kieswege, die Reinigung und Wiederinbetriebnahme von Weihern sowie das großflächige Pflanzen von Blumenzwiebeln, um im Frühjahr Blütenteppiche zu erzeugen. Siebel kümmerte sich nicht nur um die Planung, sondern war auch häufig vor Ort, um Ausführungen zu kontrollieren, Fachwissen einzubringen und Nachbesserungen zu veranlassen.

Abschied und Ausblick

Sophie Siebel sagte, sie habe viel Herzblut in das Staudenprojekt gesteckt und wolle, dass die Bürgerinnen und Bürger ein gutes Bild vom Grünwesen der Stadtwerke erhalten. Die Abteilung habe dafür viel Lob bekommen, besonders auch für die Gärtnerinnen und Gärtner, die die Arbeiten draußen ausführten.

Besonders bedeutsam war für Siebel die Arbeit mit Auszubildenden. Auch Kurzzeitpraktikanten aus anderen Ausbildungszweigen vermittelte sie Kenntnisse, die über Pflanzenpflege hinausgingen. Sie betonte, dass sie den jungen Menschen oft viel zugetraut habe und zu vielen noch Kontakt pflege.

Mit ihrem Eintritt in den Ruhestand plant Siebel, sich verstärkt dem eigenen Garten und ihren Bienenvölkern zu widmen. Außerdem nannte sie Lesen, Reisen und das Erlernen der Gitarre als Vorhaben für die kommende Lebensphase.

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