
In der Hanauer Rosenstraße sind die Bauarbeiten für eine Hochsicherheits-Polleranlage gestartet. Die Stadtverwaltung bezeichnet das Projekt als Abschluss der Umgestaltung des nördlichen Abschnitts der Straße und als Baustein eines größeren Konzepts, mit dem unerlaubte Zufahrten und das Auftreten von Autoposern in der Innenstadt eingedämmt werden sollen. Weitere Standorte sind für den Sommer vorgesehen.
Arbeiten und Zeitplan in der Rosenstraße
Zu Beginn der Maßnahmen wurden Fundamentgruben für zwei elektrisch versenkbare Poller ausgehoben. Anschließend wurden Bewehrung eingebaut, Beton vergossen und die Poller-Elemente installiert. Im nächsten Schritt entstehen Fundamente für drei feststehende Poller, bevor diese montiert werden. Die Bauzeit ist auf sechs Wochen angesetzt. Die Kosten für die Anlage in der Rosenstraße werden mit etwa 120 000 Euro angegeben.
Die Stadt betont, dass Polizei und Rettungsdienste weiterhin jederzeit passieren können. Dafür wird ein Weitbereichsleser eingesetzt. Anlieger mit privatem Stellplatz im nördlichen Bereich der Rosenstraße können auf Antrag und nach Vorlage entsprechender Nachweise eine Ausnahmegenehmigung mit einer Transponderkarte erhalten. übrige Lieferverkehre dürfen die Fußgängerzone grundsätzlich nur zu den geltenden Andienungszeiten werktags von 6 bis 11 Uhr und 18 bis 19 Uhr befahren.
Stadträtin Isabelle Hemsley sagte, die Polleranlagen würden Autoposer und Raser ausbremsen, die die Innenstadt als Abkürzung und Bühne missbrauchen. Sie verwies zudem darauf, dass die Anlage den innerstädtischen Bereich bei Versammlungen und Veranstaltungen zusätzlich schützen könne und damit teilweise die bisher verwendeten mobilen Schutzanlagen ersetzen oder ergänzen könne.
Weitere Standorte und Kosten
Die Anlage in der Rosenstraße ist Teil eines umfassenden Poller-Konzepts. Bereits vergangene Woche wurden fest installierte Poller in der Sternstraße eingebaut. Für den Sommer sind weitere Hochsicherheits-Poller vorgesehen. Im südlichen Bereich des Freiheitsplatzes sollen vier elektrohydraulische Poller installiert werden, jeweils zwei pro Fahrspur, ergänzt durch seitlich fest montierte Poller. Die Kosten hierfür werden mit rund 400 000 Euro veranschlagt.
Ebenfalls im Sommer ist der Einbau von zwei elektrohydraulischen Pollern mit ergänzenden feststehenden Elementen in der Nürnberger Straße geplant. Die Investition wird auf etwa 140 000 Euro geschätzt. Die Steuerung soll analog zur Anlage in der Rosenstraße erfolgen. Alle neuen Anlagen werden vom gleichen Hersteller geliefert, um die technische Kompatibilität der Durchfahrtserlaubnisse zu gewährleisten und Wartung durch ein Unternehmen zu ermöglichen.
Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen
Die Stadt verweist auf frühere Maßnahmen: Seit 2021 reguliert eine Polleranlage in der Langstraße den einfahrenden Verkehr. Die seit 2023 installierten versenkbaren Poller an der Marktplatz-Südseite hätten das illegale Befahren der Fußgängerzone spürbar reduziert. Vor diesem Hintergrund sollen festinstallierte und versenkbare Poller weitere Schleichwege schließen und die Innenstadt widerstandsfähiger gegen Störungen machen.
Hemsley erklärte, man verfolge eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber der Poser-Szene und schaffe mit dem Poller-Konzept die baulichen Voraussetzungen für mehr Sicherheit, mehr Ruhe und mehr Lebensqualität im Zentrum der Stadt.
Die Straßenverkehrsbehörde wird betroffene Zufahrtsberechtigte vor Inbetriebnahme der Anlagen über die jeweils geltenden Zugangsregelungen informieren.
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